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Fragen zur IVF-Behandlung

Was ist ICSI?

ICSI bedeutet intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Mit Hilfe der Mikroinjektion eines einzelnen Spermiums in jede Eizelle nach der Eizellentnahme kann man die Befruchtungschance erhöhen, wenn im Ejakulat nur wenige Spermien vorhanden sind oder die Beweglichkeit der Spermien beeinträchtigt ist.

Was ist IVF?

IVF ist die Abkürzung für In Vitro Fertilisation (Befruchtung im Reagenzglas). Die Methode wird verwendet, wenn:

  • die Eileiter der Frau zerstört sind
  • die Frau an schwerer Endometriose leidet
  • die Qualität der Spermien sehr beeinträchtigt ist
  • die Ursache der Kinderlosigkeit unerklärt ist und die Frau trotz Insemination nicht Schwanger geworden ist.

Bei der IVF-Behandlung entnimmt man die Eizellen aus den Eierstöcken und befruchtet sie im Labor. Zwei Tage später überträgt man die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter.

Was ist TESE?

Die Testikuläre Spermienextraktion (TESE) ist die Gewinnung von Spermien aus einer Hodenbiopsie für ICSI. Diese Methode findet z.B. dann Anwendung, wenn der Mann früher sterilisiert worden ist, oder ihm die Samenstränge fehlen.

Verbrauche ich alle meine Eizellen, wenn ich hormonell stimuliert werde?

Nein. Jeden Tag beginnen eine Gruppe Eizellen heranzuwachsen. Normalerweise erreicht nur eine Eizelle den Eisprung, die anderen gehen vorher zu Grunde. Durch die Hormonstimulation reifen jetzt die Eizellen mit, die normalerweise aufgrund des Hormonmangels abgestorben wären.

Weshalb benötige ich Hormonstimulation bei IVF?

Bei einer IVF-Behandlung möchten wir gern 6-8 reife Follikel haben, da nicht immer Eizellen aus allen Follikeln kommen, und da nicht alle Eizellen korrekt befruchtet werden. Bei 6-8 Follikeln haben wir normalerweise auch 1-2 Embryos, die wir in die Gebärmutter übertragen können.

Muß ich mir während der Behandlung selbst Medikamente injizieren?

Ja, die Hormonstimulation geschieht mit Injektionen in die Unterhaut am Bauch. Unsere Krankenschwestern zeigen Ihnen, wie man sich selbst injiziert. Falls es Ihnen schwer fällt, kann eine Ihr Mann oder Ihre Freundin es für Sie tun.

Was geschieht, wenn ich während der Down-Regulation schwanger werde?

Die Down-Regulation ist für den Embryo ungefährlich. Sie bekommen in dem Fall keine Regelblutung während der Down-Regulation. Bei einem positiven Schwangerschaftstest bricht man einfach die Down-Regulation ab und die Schwangerschaft verläuft normal weiter.

Wann muß ich die Spritze nehmen, die den Eisprung auslöst?

Die Spritze, die den Eisprung auslöst, muß präzise 36 Stunden vor der Entnahme der Eizellen in die Unterhaut am Bauch gegeben werden. Haben Sie den korrekten Zeitpunkt mit mehr als einer Stunde verpasst, kontaktieren sie bitte sofort die Klinik, um einen neuen Plan zu legen. Sie dürfen sich keineswegs ohne Zustimmung des Arztes die Spritze mit mehreren Stunden Verspätung verabreichen.

Tut die Follikelpunktion (Eizellentnahme) weh?

Nein. Normalerweise tut es nicht weh. Die meisten Frauen empfinden jedoch einen leichten Lendenschmerz, so etwa wie bei der Regelblutung. Sie bekommen vor der Punktion ein schnell wirkendes Schmerzmittel intravenös gespritzt, und wir legen auch eine örtliche Betäubung in der Vagina, dort wo wir mit einer dünnen Nadel in den Eierstock stechen. Die meisten Frauen verbinden die Punktion mit einem leichten Unbehagen, aber nicht mit regulären Schmerzen, und 19 aus 20 Frauen berichten nach der Eizellentnahme, daß es nicht annähernd so schlimm war, wie sie erwartet hatten. Ein Teil der Frauen merken gar nichts.

Wie viele Embryos werden in die Gebärmutter übertragen?

Je mehr Eizellen übertragen werden, desto größer ist das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft. Das Risiko ist vom Alter der Frau und von der Qualität der Eizellen abhängig. Die dänischen Gesundheitsbehörden haben folgende Empfehlung:

Bei Frauen unter 37 Jahren mit mehr als einem Embryo von sehr guter Qualität empfiehlt man bei den ersten ein bis zwei Behandlungen, einen einzelnen Embryo in die Gebärmutter zu legen, und die anderen einzufrieren (Kryokonservierung).

Bei Frauen über 37 Jahren, oder falls die übrigen Embryos sich nicht zum einfrieren eignen, empfiehlt man normalerweise die Übertragung von zwei Embryos.

Abhängig von der Qualität der Embryos, darf man bei Frauen über 40 Jahren bis zu drei Embryos übertragen.

Warum ist eine Blastozystenkultur vorteilhaft?

Der Embryo entwickelt sich am 5. Tag zu einer Blastozyste. Durch die Weiterkultivierung hat man eine bessere Möglichkeit zu ermitteln, welche Embryos das größte Schwangerschaftspotential haben. Es verbessert jedoch nicht die Qualität des einzelnen Embryos.

Eine Blastozystenkultur eignet sich deshalb speziell für Frauen mit guten Eizellen, deren Wunsch es ist, nur einen einzelnen Embryo übertragen zu bekommen. Gibt es mehrere Blastozysten, können diese eingefroren werden und bis zu fünf Jahre gelagert werden (sie dürfen jedoch nach dem 46. Geburtstag der Frau nicht länger übertragen werden).

Kann Assisted Hatching meine Schwangerschaftschancen verbessern?

Assisted hatching ist ein Verfahren, wo man das Eihäutchen vorsichtig anritzt, damit der Embryo besser aus dem Häutchen schlüpfen kann. Es hilft jedoch nicht bei allen Frauen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben erwiesen, daß es in den folgenden Fällen berechtigt sein kann:

  • Bei Frauen, die nicht schwanger geworden sind, obwohl man in zwei bis drei früheren Versuchen Embryos von sehr guter Qualität übertragen hat
  • Bei Frauen, wo das Eihäutchen verdickt ist
  • Bei Frauen über 40 Jahren
  • Beim Transfer von kryokonservierten Embryos
  • Bei Frauen, die sehr hohe Hormondosen benötigen (dies kann möglicherweise das Eihäutchen verhärten).

Darf man nach dem Embryotransfer Geschlechtsverkehr haben?

In den Tagen nach der Entnahme der Eizellen hat die Frau normalerweise leichte Schmerzen im Unterleib, und hat deshalb nicht Lust zum Geschlechtsverkehr. Eine Woche nach dem Transfer hat der Embryo sich in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet, und dann kann Geschlechtsverkehr einer Schwangerschaft nicht mehr schaden.

Wie viele Frauen erwarten Zwillinge nach IVF?

Bei Frauen unter 35 Jahren, die zwei Embryos von bester Qualität übertragen bekommen, werden um die 50% schwanger. In dieser Gruppe werden 25% Zwillinge erwarten.

Überträgt man nur einen Embryo, werden knapp 40% schwanger, und das Risiko von eineiigen Zwillingen ist sehr gering. Bei älteren Frauen ist das Risiko für Zwillingschwangerschaft geringer. Letztes Jahr erwarteten 6% der schwangeren Frauen unter 40 Jahren Zwillinge.

Wie lange dürfen die Eizellen tiefgefroren aufbewahrt werden?

Embryos dürfen laut Gesetz bis zu fünf Jahre gelagert werden. Nach ihrem 46. Geburtstag dürfen Frauen jedoch keine Behandlung mehr empfangen, auch nicht mit kryokonservierten Embryos.

Sowohl der Mann als auch die Frau müssen eine Erklärung unterschreiben, daß die Embryos überführt werden dürfen. Im Falle des Todes einer der Partner, dürfen die Embryos nicht mehr verwendet werden.

Was kann ich selbst tun, damit die Behandlung erfolgreich ist?

Lesen sie bitte die Abschnitte über den gesundheitlichen Lebensstil auf unserer Website oder in unseren Informationsbrochüren. Übergewicht, Rauchen und Alkohol sind Faktoren, deren Einfluss am besten untersucht und dokumentiert ist.

Soll ich den Schwangerschafttest trotz Regelblutung machen?

Ja. Man kann trotz einer schwachen Blutung zum Zeitpunkt der Regelblutung schwanger sein und eine normale Schwangerschaft durchführen. Hat die Frau eine starke Regelblutung und einen positiven Schwangerschaftstest, kann sich der Embryo auch außerhalb der Gebärmutter befinden. Deshalb bitten wir Sie, den Test unter allen Umständen zu machen.

Kann ich nach IVF eine Eileiterschwangerschaft bekommen?

Ja. Bei 1-2% aller Schwangerschaften nach IVF-Behandlung hat sich der Embryo im Eileiter eingenistet, obwohl er in die Gebärmutterhöhle übertragen wurde.

Wann findet die erste Ultraschalluntersuchung statt?

Die erste Ultraschalluntersuchung wird drei Wochen nach dem positiven Schwangerschaftstest vorgenommen. Erst dann kann man erwarten, den Fötus zu sehen und zu sehen, ob das Herz schlägt.

Wann kann ich mit der Nachbehandlung aufhören?

  • Drei Wochen nach Ihrem positiven Schwangerschaftstest dürfen Sie mit der Nachbehandlung aufhören. Viele öffentliche Kliniken hören schon nach dem Schwangerschaftstest mit der Nachbehandlung auf. Die vorgenommenen Untersuchungen können jedoch nicht ausschließen, daß bis zu 5% der Frauen eine Fehlgeburt haben werden, falls sie zu früh mit der Nachbehandlung aufhören. Wir empfehlen deshalb, daß Sie bis zur ersten Ultraschalluntersuchung damit fortsetzen.
  • Bei einem Kryozyklus müssen Sie mit der Behandlung bis zu 10 volle Wochen (6 Wochen nach dem positiven Schwangerschaftstest) weiter machen.
  • Ist der Eisprung nicht mit hCG (Predalon oder Ovitrelle) ausgelöst worden, müssen Sie auch 6 Wochen nach dem Schwangerschaftstest die Nachbehandlung durchführen.

Ist die IVF-Behandlung kostenlos?

Leider nein. Die Krankenkasse gibt für diese Behandlung außerhalb der Krankenhäuser keinen Zuschuss. Falls Sie auf kostenlose Behandlung in einem öffentlichen Krankenhaus Anspruch haben, werden wir ihnen nach Absprache eine Überweisung ausstellen.

Wer hat Anspruch auf kostenlose IVF-Behandlung?

Um auf eine kostenlose IVF-Behandlung im Krankenhaus Anspruch zu haben, darf man keine gemeinsamen Kinder haben. Die Behandlung im Krankenhaus wird nach dem 40. Geburtstag der Frau nicht weitergeführt. Die Frau und der Mann müssen verheiratet sein oder in einer gewissen Periode eine eheliche Beziehung gehabt haben.

Hilfe! Ich habe die Eisprung Spritze vergessen!

Rufen Sie Frau Dr. Bentin-Ley oder Dr. Hans Krog unter der mitgeteilten Notnummer an. Nehmen Sie nicht einfach die Medizin zu einem anderen zufälligen Zeitpunkt, da die Behandlung damit wirkungslos werden kann.

Kann die Hormonbehandlung bei IVF Krebs im Unterleib auslösen?

Nein. Es gibt in der Forschung keine Anhaltspunkte für diese Annahme. Im Gegenteil, es gibt Anhaltspunkte dafür, daß Frauen, die von der Behandlung schwanger werden und das Kind austragen, ein niedrigeres Risiko für die Entwicklung von Krebs in den Eierstöcken haben als Frauen, die nie schwanger gewesen sind.

Was bedeutet PCOS?

PCOS ist die Abkürzung für polyzystisches Ovarialsyndrom. Um die Kriterien für PCOS zu erfüllen, müssen zwei von den folgenden drei Kriterien vorliegen:

  • Die Frau hat sehr lange Intervalle zwischen den Regelblutungen (mehr als 35 Tage)
  • Beim Ultraschall sieht man mehr als 10 kleine Follikel im Eierstock pro Schnittfläche
  • Die Frau leidet unter Akne und kräftiger Behaarung, oder hat erhöhte Androgenwerte im Blut.

Frauen mit PCOS haben Probleme mit dem Eisprung. Oftmals sind sie auch übergewichtig. Gewichtsverlust und Kostumlegung können häufig das Problem lösen. Wenn das nicht genug ist, kann man die Eierstöcke mit Hormonen zum Eisprung anregen und eine Insemination vornehmen.

Was ist Endometriose?

Manche Frauen haben Gebärmutterschleimhaut in der Bauchhöhle außerhalb der Gebärmutter. Die Schleimhaut kann sich in den Eierstöcken, in den Eileitern oder im Darm einnisten. Das häufigste Symptom sind kräftige Schmerzen im Unterleib kurz vor der Regelblutung. Endometriose kann auch blutgefüllte Zysten in den Eierstöcken verursachen.

Man findet Endometriose häufiger bei kinderlosen Frauen als bei Frauen, die Kinder geboren haben. Man weiß jedoch nicht mit Sicherheit, ob die Endometriose die Ursache der Kinderlosigkeit bei diesen Frauen ist. Frauen mit Endometriose haben oftmals schwieriger dabei, mit Insemination schwanger zu werden, und benötigen stattdessen IVF-Behandlung.